Ulrich Oechsle, Prof. Dr. Dieter Lotz

Nürnberger Institut für
Existenzanalyse und Logotherapie

Logotherapie

Baumstumpf aus dem ein neuer Sproß wächst

Logotherapie - eine Kurzinformation

Logotherapie - nicht zu verwechseln mit Logopädie - ist eine sinnzentrierte Psychotherapie. Ihr Begründer, der international bekannte Psychiater und Neurologe Prof. Dr. Dr. Viktor E. Frankl, stellt die Erkenntnis ins Zentrum seines Denkens, dass der Mensch seinem Wesen nach wert- und sinnorientiert ist.

Wird der Wille zum Sinn nachhaltig frustriert, so gerät der Mensch in eine Missbefindlichkeit, die eine Fülle von Fehlerlebensweisen und neurotischen Störungen auslösen kann: Arbeitsunlust, Depressionen, Lebensmüdigkeit, Sucht, Apathie, Langeweile, nihilistische Anschauungen, noogen-neurotische Störungen und vieles andere.

Immer mehr gesunde und kranke Menschen, besonders in den reichen Nationen, geraten in den Zustand der existentiellen Frustration: d.h. sie sind unfähig, einen Sinn in ihrem Leben zu entdecken und zu realisieren: im Privatleben, im Arbeitsleben, im Freizeitleben.

Hier ist Sinnentdeckungshilfe zu leisten. Und zwar so, dass der Betroffene - im Vor-Blick auf seine objektive Situation und Rück-Blick auf seine spezifischen Fähigkeiten - seine ureigensten Sinnmöglichkeiten entdecken und verwirklichen kann.

Entscheidend ist dabei, dass der Therapeut keine Sinnmöglichkeiten von sich aus anbietet, vielmehr den Ratsuchenden zur eigenständigen Sinnentdeckung freisetzt.

Auf diese Weise aber wird die in der psychotherapeutischen Szene vielfach vernachlässigte Dimension des Geistes für den Heilungsprozess fruchtbar gemacht. Das heißt: der Mensch wird nicht allein als psychosomatisches Wesen wahrgenommen: als Wesen, das Triebkonflikte (S. Freud) lösen muß vielmehr vor allem als Wesen, das für seine Lebensgestaltung Verantwortung übernehmen und schöpferisch sein kann: in den Dimensionen der Kultur, Moralität, Technik, und Religion und in den Grundrelationen: in der Beziehung des Menschen zu sich selbst und zum anderen Menschen, in der Beziehung des Menschen zur Natur und zum künstlichen Kosmos: zu Kultur und Zivilisation.

W. Kurz

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